Wir machen uns stark: Gegen eine Sperrung der Kiellinie Nord für den Autoverkehr!

Der Umweltschutz ist uns wichtig. Der Fördehang im nördlichen Abschnitt der Kiellinie sowie Forstbaumschule und Diederichsenpark sind gemäß Verordnung der Stadt vom 18. August 1980 Landschaftsschutzgebiet.

Verlagerung des Verkehrs in Wohn- und Erholungsgebiete und vorbei an Schulen und Kindertagesstätten. Verkehre werden sich in das dicht bewohnte Düsternbrook, die wachsende Wik, bis hin an die Holtenauer Straße und den Knooper Weg verlagern.

Das Ziel aller ist es, Emissionen zu senken. Die durch die Sperrung der Kiellinie Nord zu erwartenden Staus würden genau das Gegenteil bewirken.

Mangelnde Aufenthaltsqualität aufgrund der Lage auf der Westseite Kiels. Die Kiellinie Nord liegt unterhalb des Düsternbrooker Fördehangs und wird in weiten Teilen auf der Westseite gesäumt von einem alten und sehr hohen Baumbestand.


Die Stadt benötigt erst ein greifendes, alle Kieler*innen mitnehmendes neues Verkehrskonzept und dann kann überlegt werden, ob und wo man ggf. sinnvoll auf Straßen(-abschnitte) verzichten kann.



Hintergrund:

Die bevorzugte Planungsvariante zur Neugestaltung der Kiellinie sieht vor, den nördlichen Abschnitt für den Autoverkehr komplett zu sperren. Diese Maßnahme ist in der Bevölkerung stark umstritten.
Gespräche über Kompromisse sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Kiellinie ist eine zentrale Nord-Süd-Achse. Sie ist Bestandteil des übergeordneten Straßennetzes der Stadt und wird von vielen Kieler*innen sowie von Pendler*innen auf der Fahrt zur Arbeit und in die Innenstadt gerne genutzt.
Die Stadt hofft auf die Mobilitätswende, sie versäumt es aber diese durch attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr aktiv zu gestalten. Vielmehr wird auf die Einschränkungen des innerstädtischen Verkehrs durch eine nicht adäquate Verkehrsführung zu Lasten der Bevölkerung gesetzt.
Bei Sperrung der Kiellinie wird der Autoverkehr in die angrenzenden Wohn- und Erholungsgebiete gezwungen. Staus auf nicht dafür ausgelegten Straßen, Emissionen und ein erhöhtes Gefahrenpotential für den täglichen Fußgänger- und Fahrradverkehr, insbesondere für Schulkinder, sind die Folge. Besonders betroffen ist die Feldstraße, die bereits eine hohe Verkehrsbelastung aufweist. Forstbaumschule und Diederichsenpark, ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete, werden gänzlich zerschnitten. Die Qualität als Naherholungsgebiet und Gründenkmal wird weiter beeinträchtigt.
Demgegenüber sind die Gestaltungsmöglichkeiten im Nördlichen Abschnitt der Kiellinie stark eingeengt. Der Fördehang ist Landschaftsschutzgebiet, mit der Folge sehr restriktiver Eingriffsverbote für Maßnahmen zur signifikanten Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Die Sperrung der Kiellinie betrifft viele Kieler*innen. Sie sollte durch einen breiten Konsens getragen und so die Spaltung in der Bevölkerung überwunden werden.

Zu klären bleiben folgende Fragen und Aspekte:

  • Wie sollen die Verkehre realistisch umgeleitet werden? Die Verkehrswende ist richtig und erforderlich, aber ein solcher Prozess benötigt Zeit. Die Zahl der PKW, die in und durch die Stadt fahren, wird nicht dadurch reduziert, dass Umwege in Kauf genommen werden müssen und Parkmöglichkeiten reduziert werden.
  • Hat die Stadt Kiel ein gesamtheitliches, kurzfristig umsetzbares Konzept, um den Bürger*innen den Umstieg vom PKW auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern? Ein solches Konzept ist jetzt, wenn Straßen zurückgebaut oder ganz gesperrt werden, erforderlich und nicht erst in fünf bis zehn Jahren.
  • Wie ist der Ausweichverkehr zu bewerten? Es ist zu erwarten, dass infolge einer Sperrung der Verkehr in die angrenzenden Wohngebiete und die Feldstraße ausweichen wird. Durch die erhebliche Zunahme des Verkehrs in diesen Bereichen werden Kinder auf dem Weg zur KiTa und Schule belastet und unnötig gefährdet. Zum Beispiel in der Feldstraße wären die Schüler*innen der Hebbelschule in besonderem Maße betroffen.